Wettkämpfe

Challenge Davos – Sinnbild der Saison 2020

Wie haben wir über Monate gehofft und gezittert, täglich die Fallzahlen studiert und bei allen Corona Pressekonferenzen höchst konzentriert zugehört. Fast unglaublich, aber das OK Davos schaffte es, am 29. August ein Triathlon-Rennen auf die Beine zu stellen. Die Challenge Davos ist Tatsache!

Das Training wurde von unserem Coach Jorge wieder hochgefahren und die Motivation am Tag X das Maximum herauszuholen, war wieder zurück. Zusätzlich wurden fast täglich neue Pro’s gemeldet, ein Starterfeld fast schon wie in Hawaii – ein Traum!

Schon einige Tage zuvor wurde klar, es wird sicherlich kein sommerlicher Wettkampf. Wetterumbruch mit Temperatursturz und einiges an Regen wurden immer deutlicher prognostiziert. Dies erinnerte mich an 2017, nicht an der Challenge sondern am Alpenbrevet zu Gast, ein eisiger Tag im Regen, Schnee, Sturm und Nebel. Somit konnte ich zumindest halbwegs abschätzen, wie hart das Rennen wird, vorallem auf der Radstrecke.

Voller Motivation und unglaublich gutem Gefühl, allen möglichen Kleidern und vielen zusätzlichen Utensilien, ging es am Freitag nach Davos. Trotz bereits starkem Regen beschlossen Julia und ich noch eine lockere Runde auf der 5km Laufstrecke zu absolvieren, um zu sehen, was auf uns zukommt. Kurz noch beim Stadion vorbei für den Check-in und danach grosses Rätselraten welches die besten Kleider sein werden. Am Ende ging Komfort einer schnellen Wechselzeit vor, um möglichst “warm” über den Flüelapass zu kommen…

Die Wetteraussichten wurden im fünf Minutentakt weiter geprüft und änderten fast jedes mal komplett. Von “es sieht ja fast schon gut aus” bis “ohjee, schlimmer kann es nicht werden” – alles war vorhanden.

Von Blitz und Donner mehrmals geweckt und dementsprechend aufkommendem Zweifel, ob wirklich das Richtige eingepackt wurde, war der lang ersehnte Tag endlich da. Schon früh morgens kam das Update der Rennleitung –> Abfahrten werden neutralisiert, aus Sicherheitsgründen. Absolut richtige Entscheidung, es war einfach zu viel Wasser auf der Strasse und wer den Flüelapass kennt, der weiss, er lässt sich bei guten Bedingungen flott runterfahren.

9:00 Uhr Check-in T2 und siehe da, der Regen lässt ein bisschen nach. Die Radfahrt an den Davosersee für Check-in T1 war fast schon regenfrei. In T1 Rad bereitgestellt, Bags abgegeben, die Meldung “Regular Swim” erhalten – jetzt kann nichts mehr schiefgehen.

So zählten wir die Minuten runter bis zum Start um 11:05. Die Pro’s eröffneten um 10:45, gefolgt von den Age-Group Frauen, dann sind wir dran. Einstehen und ab ins kalte Wasser – aber auf einmal Blitze und Donnergrollen. Alles zurücktreten, kein Start möglich. So standen wir um 11:05 schlotternd wieder unter einem Zelt, anstatt im Wasser los zu paddeln. Immernoch mit dem Glauben bald starten zu können, überschlugen sich die Ereignisse. Die ersten Pro Männer bereits aus dem Wasser und auf dem Rad, Blitze und Donner kamen immer näher, dann Abbruch, alle sofort aus dem Wasser, die Challenge ist aus…

Ein Wechselbad der Gefühle. Das kann es doch nicht sein, warum dieses Wetter, genau heute. Das erste Rennen im Jahr, keiner hat es für möglich gehalten. Wie gerne hätten wir uns alle dieser Herausforderung gestellt.

Ein grosses Lob geht an die Organisatoren der Challenge Davos. Wie hart wurde gearbeitet um uns dieses Rennen zu ermöglichen. Das Rennen abzubrechen war absolut die richtige Entscheidung, Sicherheit ging vor und ist schlussendlich das Allerwichtigste.

So beende ich nun quasi auf der Startlinie die Triathlon Saison 2020 mit keiner einzigen offiziellen Wettkampfminute. Schauen wir positiv vorwärts und hoffen auf ein entspannteres 2021.

Bis bald Davos!

… Ein paar Eindrücke aus Davos. Danke pushing-limits.de für das “Race” Video

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